Worum es geht

Der Innenhof der neuen Unterkunft. © Robbi Pawlik

Der Innenhof der neuen Unterkunft. © Robbi Pawlik

Anlass zur Gründung des NETZWERK INTEGRATION LINDENTHAL war 2015 die Planung einer Unterkunft für Geflüchtete auf der Dürener Straße. Von Anfang an gab es eine große Bereitschaft unter den Lindenthalern, ihre neuen Nachbarn willkommen zu heißen und zu unterstützen. Nach enormen Verzögerungen wurde die Unterkunft nun endlich im Frühjahr 2020 fertiggestellt, jedoch aufgrund der aktuellen Krisensituation noch nicht regulär bezogen. Weitere Informationen zur Historie des Baus „Dürener Straße“ finden sich weiter unten auf dieser Seite.

Außer der Unterkunft „Dürener Straße“ gibt es im Stadtbezirk Lindenthal (noch) zwei weitere Wohnheime, die NIL seit 2016 unterstützt: in Marsdorf auf der Max-Planck-Straße und der Heinrich-Herrmann-Gossen-Straße. Dort wohnen zurzeit ca. 150 Männer, die aus Syrien, Irak, Afghanistan und vielen weiteren Nationen stammen. Die Unterkunft in der Max-Planck-Straße soll im Sommer 2020 geschlossen werden. Daher richten sich die Anstrengungen verstärkt auf das Finden von neuen Wohnmöglichkeiten. Einige Glückliche konnten inzwischen in eigene Wohnungen einziehen. Dennoch ist der Wohnbedarf noch groß. Daher:

Wer eine Wohnung oder auch eine Mitwohngelegenheit anzubieten hat, melde sich gerne bei uns . Danke!

Geflüchtete wünschen sich Kontakte zu Deutschen, sie benötigen Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache; viele sprechen schon ganz gut, aber ihnen fehlt die Übung – warum nicht mal zusammen einen Kaffee trinken oder spazieren gehen? Geflüchtete suchen Jobs, eine Ausbildung, eine Arbeit, eine Wohnung. Sie wünschen sich Hilfe beim Schreiben von Lebenslauf und Bewerbung. Oder auch mal eine Begleitung beim Besuch des Jobcenters, des Ausländer- oder Sozialamtes oder eines Arztes. Oder sie wundern sich, dass die Schule ihres Kindes zum Elternabend einlädt. Sich im Dschungel unserer Gesellschaft zurechtzufinden – das ist nicht einfach. Hilfe tut Not und ist möglich.

Kein Flüchtlingshelfer muss sich alles zutrauen: jeder neue ehrenamtliche Helfer kann auf unsere Netzwerk-Erfahrungen zurückgreifen. Wir stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Aus eigener Erfahrung wissen wir: sie tut nicht nur den Geflüchteten gut, sondern auch den Helfern.

Möchten Sie mitmachen? Schreiben Sie uns


Zur Historie (rückwärts geordnet)

Die neue Unterkunft, vom Stadtwald aus gesehen, © Pascale Rudolph

Wieder eine Verschiebung – dieses Mal wegen des Coronavirus!

Das hat keiner vorhersehen können: Die Stadt benötigt Unterkünfte, um sie Corona-Infizierten, die sonst keine andere Möglichkeit haben, zur Schutzisolierung und Quarantäne zur Verfügung zu stellen, siehe die Bekanntgabe des Amts für Wohnungswesen vom 16.03.20. Zu diesem Zweck ausgesucht wurden „unsere“ Unterkunft auf der Dürener Straße sowie eine weitere in Köln-Lindweiler,

Auch die geplante Begehung am 31. März wurde wie alle Veranstaltungen mit Menschenansammlungen zwecks Eindämmung des Coronavirus abgesagt.

 


 

Der Vorderseite der neuen Unterkunft in Lindenthal kurz vor Fertigstellung. Feb. 2020, © P. Rudolph

Endlich: die Unterkünfte können bald bezogen werden!

Nach langem Warten und einigen Verzögerungen ist die Flüchtlingsunterkunft in der Dürener Strasse 283 so gut wie fertig gestellt. Träger wird das Diakonische Werk. Am Dienstag, den 31. März, 16h-18h (Termin wurde wegen Coronavirus abgesagt, 18.03.20), gibt es für Interessenten die Möglichkeit, sich die Wohnungen anzuschauen. Alle Lindenthaler sind willkommen. NIL wird natürlich auch dabei sein. Da unsere neuen Nachbarn sicher Unterstützung brauchen werden, könnten am 31. März Kontakte mit denen geknüpft werden, die sich engagieren möchten. Kommen Sie zahlreich!

10.02.2020


Geplant ist eine Flüchtlingsunterbringung in Köln-Lindenthal für mehrere Jahre. Entgegen der ursprünglichen Prognose, dass bereits 2015 mit dem Bau der Unterbringung begonnen werden sollte, kam es seitens der Stadt Köln zu einer Verzögerung des Bauvorhabens. Im Rahmen des Flüchtlingsgipfels am 2.2.2017 im Kölner Rathaus wurde vom Leiter des Amts für Wohnungswesen, Herr Josef Ludwig, bestätigt, dass ein Flüchtlingsheim für immerhin 22 Personen noch im Jahr 2017 fertiggestellt wird. Dies entspricht einem Anteil von ca. 0,07% der Einwohnerzahl des Stadtteils Lindenthal. Aufgrund von umwelt- und baurechtlichen Vorgaben wird die Unterkunft gemäß Ratsinformation nicht wie geplant 2-geschossig, sondern nur 1-geschossig gebaut.

Anfang März 2017 hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker dann entschieden, dass die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Dürener Straße in Köln-Lindenthal unter der Ausnutzung aller baulichen Möglichkeiten, die das Grundstück bietet, nicht nur 22, sondern wie zu Beginn der Planungen vorgesehen, 60 geflüchtete Menschen eine Unterkunft finden sollen.

Hier die Presse-Info der Stadt Köln vom 7.3.2017 =

Presseinfo_Dürener Straße_07032017

Die Betreuung der Unterbringung erfolgt über einen sozialen Träger, der in einem Ausschreibungsverfahren von der Stadt Köln ernannt wird. Andere Flüchtlingsheime werden z.B. von SKM, Caritas oder DRK betreut.

Die Menschen, die dort leben, haben sich in der Regel von Heimat und Familie trennen müssen und schauen in eine ungewisse Zukunft. Sie leben mit einem Minimum an Habseligkeiten unter anderen Menschen mit ähnlichem Schicksal, die ihnen aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Kulturkreise fremd sind. Ihre Möglichkeiten, an unserem Alltagsleben teilzunehmen, sind sehr eingeschränkt. Gerade deshalb ist es unsere Pflicht, diesen Menschen zu helfen, ihnen mit Respekt und Freundlichkeit zu begegnen und sie in unseren Alltag zu integrieren.

Wir nehmen diese Herausforderung an, damit aus Flüchtlingen Nachbarn werden! Auch für uns Lindenthaler Bürger ist die Situation etwas Neues. An der Verpflichtung, die mittellosen Menschen humanitär zu unterstützen, ändert dies jedoch nichts.