Artikel im Kölner Wochenspiegel vom 06.04.2017

http://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/mein-blatt/koelner-wochenspiegel/lindenthal/platz-fuer-60-menschen-fluechtlingsunterkunft-soll-2018-fertig-sein-26672094

Nach langem Hin und Her soll auf dem Grundstück am Stadtwald ein eingeschossiges Gebäude für mindestens 60 Flüchtlinge entstehen.

Foto: Figge

LINDENTHAL –

(af). Die neue Flüchtlingsunterkunft auf dem Grundstück an der Dürener Straße 283 wird gebaut. Es sollen dort 60 Menschen untergebracht werden können. So hat es Henriette Reker vor kurzem durchgesetzt. Die Oberbürgermeisterin hatte mit dieser Entscheidung der Verwaltung widersprochen, die zuvor mitgeteilt hatte, aufgrund des Denkmalschutzes könnte nur ein einstöckiges Gebäude für 22 Menschen errichtet werden.

Viel zu wenig, fanden nicht nur die Oberbürgermeisterin, sondern auch die Bezirksvertreter aus Lindenthal. In der ursprünglichen Vorlage aus dem Jahre 2014 hieß es noch, es solle ein Gebäude für bis zu 150 Flüchtlinge entstehen. Auch wenn die Entscheidung schon gefallen ist, wollten die Fraktionen aus der BV die Gründe für die sehr unterschiedlichen Zahlen wissen. Deshalb hatten die Stadtteilpolitiker Thomas Becher vom Amt für Wohnungswesen eingeladen.

Becher erklärte, dass der Stadtrat Ende 2014 eine Vielzahl von Flüchtlingsunterkünften beschlossen hätte und alle für eine maximale Anzahl von 150 Bewohnern, ungeachtet der jeweiligen Gegebenheiten. Angesichts der geringen zu bebauenden Fläche von 1.700 Quadratmetern wäre ein Gebäude für 150 Menschen an jener Stelle nicht realisierbar gewesen. Deshalb seien auch andere größere Vorhaben zuerst behandelt worden, „Wir haben die Dürener Straße zurückgestellt, da größere und schneller verfügbare Unterkünfte zuerst realisiert werden sollten“, so Becher. Es gebe nicht genügend Mitarbeiter in der Verwaltung, um sich um alle Vorhaben gleichzeitig zu kümmern.

Die Ausführungen Bechers stellten die Bezirksvertreter allerdings nicht zufrieden. So wollte SPD-Fraktions-Chef Friedhelm Hilgers wissen, wie die Verwaltung zu der Entscheidung gekommen sei, dass man nur 22 Menschen auf dem Grundstück unterbringen könne. Nach der Entscheidung der Oberbürgermeisterin nun aber doch Platz für 60 Menschen sei. Beide Entscheidungen werden mit dem Denkmalschutz begründet. „Ist der Denkmalschutz also nicht in Stein gemeißelt, sondern je nach politischer Lage so oder so auszulegen?“, wollte Hilgers wissen. Dieser Aspekt habe keine große Rolle gespielt, erwiderte Bescher: „Die klare Haltung des Amtes für Denkmalschutz ist es, dass auf dem Grundstück nur ein eingeschossiges Gebäude zulässig ist.“

An diese Vorgabe habe sich sein Amt gehalten und nach der Entscheidung von Reker werde der Bau jetzt eben für 60 Menschen gebaut. Der Bau werde wohl in 2018 fertig. Auch wenn die zeitliche Verzögerung und die Irritationen um die Anzahl der Plätze den Bezirksvertretern nicht gefällt, begrüßen sie doch, dass es nun endlich weiter geht. Horst Nettesheim, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Ich begrüße, dass die Oberbürgermeisterin als Verantwortliche der Verwaltung eine klare Entscheidung getroffen hat. Es gibt in Lindenthal eine Willkommensinitiative von Bürgern, die das Projekt nach Kräften unterstützen wird.“

– Quelle: http://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/26672094 ©2017